Die Weinlese: Timing, Methoden und ihr Einfluss auf die Qualitaet

Die Weinlese ist der Hoehepunkt des Weinjahres und einer der wichtigsten Momente fuer die Qualitaet des Jahrgangs. Der optimale Erntezeitpunkt bestimmt massgeblich, ob ein Wein frisch und lebendig, reif und kraftvoll oder ueberreif und schwer wird. Zu frueh geerntet, fehlt dem Wein Reife und Suesse. Zu spaet geerntet, verliert er Saeure und Frische.

Wie bestimmt der Winzer den richtigen Erntezeitpunkt?

Erfahrene Winzer kosten regelmaessig ihre Trauben und analysieren dabei Zuckergehalt, Saeure und Aromareife. Der Zuckergehalt wird in Oechsle (Deutschland) oder Brix (international) gemessen und gibt Auskunft ueber den moeglichen Alkoholgehalt. Die phenolische Reife der Schalen und Kerne ist bei Rotweinen entscheidend: Sind die Kerne noch gruenlich-herb, lohnt es sich zu warten. Erst wenn Kerne und Schalen suesslich und weich schmecken, sind die Tannine wirklich reif.

Handlese versus maschinelle Ernte

Bei der Handlese pflucken Ernteteams die Trauben einzeln und koennen dabei beschaedigte oder unreife Beeren sofort aussortieren. Das ist bei steilen Lagen wie an der Mosel oder im Rheingau unvermeidlich. Spitzenweinguter nutzen oft eine strenge Selektion: Nur die besten Trauben kommen in den Keller. Bei der maschinellen Ernte schlagen Schuettler die Beeren von den Reben. Das geht schnell und kostenguenstig, eignet sich aber nicht fuer empfindliche Rebsorten oder hochsteile Weinberge.

Die Weinlese zeigt, wie stark Weinqualitaet von Entscheidungen im Weinberg abhaengt. Ein Winzer, der genau im richtigen Moment erntet, legt den Grundstein fuer einen grossen Jahrgang. Zu warten, bis Beerenauslese-Qualitaet moglich ist, erfordert Nerven, Erfahrung und oft etwas Glueck mit dem Herbstwetter.

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