Cuvée und Assemblage: Die Kunst des Weinverschnitts

Eine Cuvée entsteht durch das gezielte Mischen verschiedener Rebsorten, Lagen oder Jahrgaenge. Der Winzer kombiniert dabei Weine mit unterschiedlichen Staerken zu einem harmonischen Endprodukt. In Frankreich bezeichnet das Wort auch den Inhalt eines einzelnen Gaerbehaelters oder die beste Pressung beim Champagner, was die Mehrdeutigkeit des Begriffs zeigt.

Cuvée in Bordeaux und der Champagne

Die bekanntesten Cuvées kommen aus Bordeaux, wo Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot zu grossen Weinen verschnitten werden. Jede Rebsorte bringt andere Qualitaeten mit: Cabernet Sauvignon liefert Struktur und Tanninrueckgrat, Merlot Fulle und Saftigkeit, Cabernet Franc Eleganz und Kraeuter. Kein Einzel-Jahrgang und keine Einzelsorte ergibt allein das perfekte Bild: erst die Assemblage schafft den vollstaendigen Château-Stil.

Champagner-Assemblage: Kontinuitaet trotz Jahrgangsvariation

Im Champagner ist die Assemblage noch vielschichtiger. Hier werden Grundweine aus verschiedenen Rebsorten (Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier), verschiedenen Dorflagen und manchmal verschiedenen Jahrgaengen gemischt. Das Ziel ist, einen konsistenten Hausstil zu garantieren, der Jahr fuer Jahr wiedererkennbar ist. Grosse Haeuser wie Krug oder Bollinger halten Reserveweine aus frueheren Jahrgaengen vor, um éventuelle Schwaechen des aktuellen Jahrgangs auszugleichen.

Auch in Deutschland und Oesterreich sind Cuvées verbreitet. Winzer an Rhein, Pfalz oder Burgenland kombinieren oft Spaetvergunder mit Dornfelder oder Cabernet und Merlot, um vielschichtige, gut strukturierte Rotweine zu erzeugen. Die Kunst liegt darin, aus mehreren Teilen ein Ganzes zu schaffen, das groesser ist als die Summe seiner Bestandteile.

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