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Rebsorten: Von Riesling und Chardonnay bis Cabernet Sauvignon und Pinot Noir

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Rebsorten: Von Riesling und Chardonnay bis Cabernet Sauvignon und Pinot Noir

Die wichtigsten Rebsorten der Welt sind die Grundlage fast jedes Weinregals: Riesling, Chardonnay und Sauvignon Blanc bei den Weissen, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Syrah bei den Roten. Daneben besitzt Deutschland eine eigene Sortenvielfalt, die vom Klima und von langer Tradition gepraegt ist.

Weltweit gibt es mehr als tausend verschiedene Rebsorten, doch nur einige Dutzend haben internationale Bekanntheit erlangt. Jede Sorte traegt ein eigenes genetisches Aromenspektrum, hat spezifische Ansprueche an Klima und Boden und erzeugt in verschiedenen Regionen unterschiedlich gepraegten Wein. Die Wahl der Rebsorte ist eine der grundlegendsten Entscheidungen eines Winzers.

Die wichtigsten weissen Rebsorten

Riesling gilt als eine der edelsten Weissweinsorten der Welt und gedeiht besonders in Deutschland, dem Elsass und Oesterreich. Er zeichnet sich durch hohe Saeure, blumige und fruchtige Aromen und exzellentes Lagerpotenzial aus. Chardonnay ist weltweit verbreitet und sehr anpassungsfaehig: Im Burgunder wird er zu grossen Weissweinen wie Meursault oder Chablis, in Australien zu fruchtigen Sommerstilen. Sauvignon Blanc aus Loire oder Neuseeland ueberrascht mit pflanzlichen, stachelbeerartigen Aromen und frischer Saeure.

Die wichtigsten roten Rebsorten

Cabernet Sauvignon ist die bekannteste rote Rebsorte weltweit. In Bordeaux bildet er das Rueckgrat grosser Cuvées, in Napa Valley und Chile steht er oft als Einzelsorte im Mittelpunkt. Er bringt Cassis-Aromen, feste Tannine und grosses Lagerpotenzial mit. Merlot ist weicher und fruchtiger, Pinot Noir eleganter und sensibler: der Burgunder Pinot Noir zaehlt zu den komplexesten und teuersten Rotweinen der Welt. Syrah aus der Rhone oder aus Australien (dort Shiraz genannt) begeistert mit dunklen Fruechten, Pfeffer und Wuerzigkeit.

Neben den internationalen Rebsorten gewinnen autochthone, also regionaltypische Sorten zunehmend an Interesse: Gruener Veltliner aus Oesterreich, Blaufraenkisch aus dem Burgenland, Vermentino aus Sardinien. Diese Sorten vermitteln ein Gefuehl von Herkunft und Identitaet, das internationalen Sorten oft fehlt.

Rebsorten aus Deutschland

Neben dem Riesling praegen weitere Sorten den deutschen Weinbau. Der Mueller-Thurgau, eine Neuzuechtung, liefert leichte, milde Weissweine. Der Silvaner ist besonders in Franken und Rheinhessen zu Hause und ergibt erdige, zurueckhaltende Weine, die gut zum Essen passen. Grauburgunder und Weissburgunder haben in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen. Bei den Roten steht der Spaetburgunder, also Pinot Noir, an erster Stelle, gefolgt vom farbintensiven Dornfelder und dem fruchtigen Portugieser.

Klon, Kreuzung und pilzwiderstandsfaehige Sorten

Innerhalb einer Rebsorte gibt es Klone, also Auslesen mit unterschiedlichen Eigenschaften wie Ertrag oder Beerengroesse. Kreuzungen verbinden zwei Sorten derselben Art zu einer neuen, etwa beim Mueller-Thurgau. Eine wachsende Rolle spielen die sogenannten PIWI-Sorten, pilzwiderstandsfaehige Zuechtungen wie Regent oder Solaris. Sie brauchen deutlich weniger Pflanzenschutz und gelten als Antwort auf oekologische Anforderungen, auch wenn sie bei vielen Weintrinkern noch wenig bekannt sind.

Wie die Rebsorte den Wein praegt

Die Sorte bestimmt viel, aber nicht alles. Dicke oder duenne Schalen beeinflussen Farbe und Gerbstoffgehalt; mehr dazu im Beitrag ueber Tannine und Gerbstoffe. Der Reifezeitpunkt entscheidet, in welchen Lagen eine Sorte ueberhaupt gelingt: Frueh reifende Sorten eignen sich fuer kuehle Gebiete, spaet reifende brauchen Waerme. Wann eine Sorte reif ist und wie der Winzer den richtigen Moment waehlt, erklaert der Beitrag zur Weinlese und zum Erntezeitpunkt.

  • Aromatische Sorten wie Gewuerztraminer oder Muskateller duften schon im Glas intensiv.
  • Neutrale Sorten wie Silvaner oder Weissburgunder zeigen eher Terroir und Ausbau.
  • Rote Sorten mit dicker Schale ergeben dunkle, tanninreiche Weine.

Klimawandel und neue Sortenwahl

Steigende Temperaturen veraendern die Weinkarte. In Deutschland reifen Sorten wie Merlot oder Syrah inzwischen in waermeren Lagen, waehrend klassische Regionen im Sueden nach Sorten suchen, die Hitze und Trockenheit besser vertragen. Fuer Weinliebhaber heisst das: Das Sortenspektrum wird vielfaeltiger, und mancher Riesling zeigt heute mehr Reife als vor einer Generation. Wie Suesse und Saeure dabei zusammenspielen, zeigt der Beitrag zum Restzucker im Wein.

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