Restzucker: Warum manche Weine suess schmecken und andere nicht

Restzucker ist die Menge an natuerlichem Traubenzucker, die nach dem Gaerprozess im Wein verbleibt. Waehrend der Gaerung wandeln Hefen Zucker in Alkohol und Kohlendioxid um. Wenn die Gaerung vor der vollstaendigen Umwandlung gestoppt wird, entweder durch Kuehlung, Filtration oder hohen Alkoholgehalt, bleibt ein Rest Zucker im Wein. Dieser Restzucker bestimmt, ob ein Wein trocken, feinherb oder suess schmeckt.

Was bedeuten die Begriffe auf dem Etikett?

Die deutschen Weinbezeichnungen geben dem Verbraucher klare Orientierung. Trocken bedeutet weniger als neun Gramm Restzucker pro Liter, bei hoher Saeure auch bis zu zwolf Gramm. Halbtrocken liegt zwischen neun und achtzehn Gramm. Feinherb ist keine gesetzlich geregelte Bezeichnung, wird aber oft fuer Weine verwendet, die am oberen Ende der halbtrockenen Kategorie liegen. Lieblich und suess enthalten deutlich mehr Zucker und koennen bei Eiswein oder Trockenbeerenauslese weit ueber hundert Gramm pro Liter erreichen.

Restzucker und Saeure im Gleichgewicht

Ob ein Wein als suesslich oder harmonisch empfunden wird, haengt nicht allein vom Restzucker ab, sondern vom Zusammenspiel mit der Saeure. Ein Riesling Spaetlese mit dreissig Gramm Restzucker und hoher Weinsaeure wirkt frisch und belebt, waehrend ein Wein mit zehn Gramm Zucker und wenig Saeure trotzdem schwer und klebrig schmecken kann. Dieses Gleichgewicht ist das Markenzeichen grosser Praedikatsweine aus Deutschland und Oesterreich.

Wer Weine ohne Restzucker bevorzugt, greift zu Weinen mit der Bezeichnung trocken. Wer die fruchtbetonten, lebendigen Stile schaetzt, probiert einen halbtrockenen Riesling oder einen elsaessischen Gewuerztraminer Vendanges Tardives. Beide Stile haben ihren festen Platz in der Weinkultur.

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