Wie kommt denn nun der Zucker in den Beaujolais?
abgelegt im Archiv Aktuelle Themen am 28.01.09

© Vali...
Ganz einfach: Indem der Winzer einen Sack voll in den Most schüttet! Eine Methode, die man auch Chaptalisierung nennt und die völlig legal ist - jedenfalls bei sehr vielen (nicht allen!) französischen Weinen. Selbst einige der berühmtesten Burgunder oder Bordeaux werden in vielen Jahren ein bisschen aufgezuckert, und beim Beaujolais hat diese Methode ohnehin Tradition. Argumentiert wird dann immer wie folgt: Der Verbraucher wolle nun mal Weine mit 13 Alkoholprozenten, die Gamay-Trauben brächten aber nur 11,5 oder 12 zustande. Also greifen die Erzeuger zum Zuckersack, und manche tun dies sogar öfter, als erlaubt ist. Immer wieder wird das Beaujolais von Zuckerskandalen heimgesucht, jetzt stehen gleich 53 Winzer vor Gericht. Ein bisschen zu generös sollen sie umgegangen sein mit dem weißen Stoff, zu drastisch wollten sie der Natur auf die Sprünge helfen. Egal wie die Strafen ausfallen: Es wird nicht die letzte Affäre im Beaujolais gewesen sein. Solange viele Winzer und etliche Weintrinker einen Tropfen mit wenig Alkohol noch immer für minderwertig halten, ist das Problem nicht gelöst.
PS: Im Beaujolais existieren auch Weine, die ausdrücklich als non chaptalisé gekennzeichnet werden! Und die sind im Durchschnitt keineswegs schlechter als die anderen!

© Vali...
Tags: Beaujolais Chaptalisierung Zucker
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