Wenig Bordeaux = guter Bordeaux?
So kann man sich irren. Wochenlang munkelte die Fachwelt von einem gar nicht guten Bordeaux-Jahrgang 2008, der dem schlechten Wetter und dem vielen Regen Tribut zollen musste. Wenig habe es gegeben, so lala hätten die trauben ausgesehen, und die Preise könnten deshalb, wegen der Steigerungen der Vorjahre, wegen des starken Euro und aufgrund vieler anderer Faktoren nur eines: drastisch sinken. Nun freilich sagt der zuständige Verband sinngemäß: Ätsch, so schlecht war es gar nicht! In Wirklichkeit sei der Jahrgang "ausgezeichnet" ausgefallen, und weil die Mengen so gering sind (1991 gab es das letzte Mal noch weniger), werde das Ganze auch noch verdammt teuer. Doch rasch melden Experten ihre Zweifel an. Die französischen Exporte stagnieren nämlich vielfach oder sind sogar rückläufig, viele Bordeaux-Fans in aller Welt stehen derzeit auf der Kauf-Bremse. Ob da nicht der Wunsch Vater und Mutter der Pressemeldung war?

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