Rosé im Trend

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Beim Rosé handelt es sich um eine echte Neu- oder besser gesagt, eine Wiederentdeckung. Denn lange Zeit litt das Image dieses Weins darunter, dass der Markt mit – gelinde ausgedrückt – eher schlichten, sehr günstigen Weinen übersättigt war. Diese Zeiten sind zum Glück passé und so hat es sich herumgesprochen, dass Rosés durchweg appetitanregende, pikant frische Weine sind, die hervorragend zur beliebten mediterranen Küche passen.

Doch wie wird der Rosé eigentlich hergestellt?

Die einfache Antwort lautet: aus Rotweintrauben. Doch warum dann die Farbe? Auch dafür gibt es eine einfache Erklärung: Denn zur Rosé-Produktion wird der Most sehr schnell von den Beerenhäuten getrennt. Da diese die Farbstoffe enthalten, gelangen davon viel weniger in den Wein als beim Rotwein und der Rosé bleibt hell.

Der Ausbau des hellroten Mostes geschieht dann wie bei einem Weißwein und auf die Gefahr hin, dass es irgendjemand noch nicht wusste: Rosé als Mischung von Rot- und Weißweinen oder roten und weißen Trauben ist weltweit nicht zulässig. Ausnahmen: Sie sind sehr selten und gelten nur für lokal verbreitete Spezialitäten, wie z.B. Rotling. Beim Rotling werden rote und weiße Trauben gemeinsam vergoren.

Und woher stammt der Rosé? In der Regel aus dem französischen Mittelmeerraum (Côtes de Provençe), teilweise auch von der Loire (Rosé d'Anjou). Doch gibt es auch hierzulande seit vielen Jahren den Weißherbst wie beispielsweise den Heger Spätburgunder Weißherbst, 2007. Dieser Wein zeichnet sich dadurch aus, dass er nur aus einer auf dem etikett genannten Traubensorte produziert werden darf (zum Beispiel nur aus Spätburgunder oder Blauem Portugieser).

Reisen wir von Europa über den großen Teich: Denn auch in Kalifornien hat der Rosé Tradition. Zu den ersten Verkaufserfolgen der kalifornischen Winzer gehört der blush, ein sehr heller, oft halbtrockener bis süßer Wein.
Heute wird Rosé in fast allen Weinregionen der Welt erzeugt, mit großem Erfolg zum Beispiel auch in Italien, Spanien, Südafrika; Chile und Australien.

Auch werden unterschiedliche Stile unterschieden:

Côtes de Provençe, Tavel: würzige und oft sogar kräftige Weine (lachsfarben)

Rosé d'Anjou: fruchtig und frisch (Rosenblütenfarbe)

Weißherbst: sortentypische Aromen, in der Regel heute trocken (helle Farbe)

Übersee: oft körperreich, in Kalifornien auch halbtrocken (pink)

Getrunken wird der Wein kalt oder zumindest kühl und idealerweise in kleinen Weißweingläsern. Man sollte einen Rosé nicht lagern, sondern möglichst jung trinken und hinsichtlich des Essens eignen sich klassische Kombinationen wie zur Bouillabaise, zum Salade Niçoise, zum Grillen (hervorragend zu Fisch, sondern auch zu Merguez und Lambchops), in Olivenöl und Peperoncino und Petersilie gebratene Garnelen, Pizza etc.

Zum Schluss habe ich noch zwei besondere Empfehlungen:

Zum einen den 2008er Cumulus Winery, PINK, Central Ranges (Australien), zum anderen den 2007er Château Vignelaure, Cinq Cépages, Côtes d'Aix en Provençe A.C. (Frankreich). Beides echte Highlights!


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