Porto ohne Hemmungen

© fonfoso
Mit Portwein treibt man oft Schindluder. Wochen- oder monatelang stehen die Flaschen in den Restaurants im Anbruch, ausgeschenkt wird schließlich irgendeine trübe, längst von jeglichen Aromen bare Brühe, die nur noch süß mundet, aber nichts mehr mit der Komplexität eines richtig guten Portweins zu tun hat. Dass die ganze portugiesische Sache zu atemberaubenden Tarifen offeriert wird – einen Preis von elf Euro für 60 ml eines zehnjährigen Tawny habe ich erst gestern in einem gar nicht allzu noblen Lokal entdeckt – trägt nicht zur Freude der Gäste bei. Auch die Begeisterung der Winzer hält sich in engen Grenzen: Der Portweinabsatz ist 2008 um fünf Prozent gesunken. Dabei kann diese Variante des Dessertweines sensationell gut schmecken – wenn man als Genießer oder Kellner ein paar Regeln einhält.
Portweinregel Nr. 1: Es gibt nichts Erfrischenderes als ein weißer Portwein, trocken oder nur leicht süß – kühl, im Hochsommer auch gern mit etwas Tonic Water gemixt!
Portweinregel Nr. 2: Vintage Ports nie lange in der offenen Flasche aufbewahren, sondern binnen weniger Tage ausschenken!
Portweinregel Nr. 3: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten oft zehn Jahre alte Tawnys (die 20 oder 40 Jahre alten sind nicht immer schmackhafter) und die Late Bottled Vintages. Beide Kategorie sind eher unempfindlich gegen Sauerstoff, können also einige Tage, vielleicht auch zwei, drei Wochen in der angebrochenen Flasche gelagert werden. Nicht aber ein halbes Jahr lang!
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