Paul Torday – Bordeaux

© IJsendoorn
Hört der Weinkenner das Wort bordeaux, so sind die Assoziationen eigentlich klar. Rot, kräftig und meist teuer. Doch zumindest können wir davon ausgehen, dass es sich hier um einen Wein bzw. um ein Weinanbaugebiet handelt. So nimmt es nicht wunder, dass Paul Tordays gleichnamiger Roman auch vom Wein handelt. In der Tageszeitung "Die Welt" findet sich nun eine Rezension des Titels.
Der Held oder besser Antiheld ist der 38-jährige Mr. Wilberford, der gerne mal das eine oder andere Gläschen des leckeren Rebensafts wegschlürft. Und an einem dieser Abende:
begeht er einen barbarischen Frevel, dem wir Romanfiguren normalerweise nicht durchgehen lassen würden.
Wilberforce nämlich setzt sich schwer angetrunken und ein bisschen heruntergekommen aussehend, an den Tisch im leeren Lokal und bestellt eine Flasche des 1982er Chateau Pétrus zum Gegenwert von 3000 Pfund.
Jetzt raten Sie mal, was unser Protagonist tut, nachdem die Flasche geleert ist. Richtig! Er bestellt gleich eine zweite und säuft sich – salopp formuliert – ins Koma. Und so lesen wir über die Romanfigur:
Wilberforce ist ein Wrack. Er ist 37, sieht aber mindestens doppelt so alt aus. Was vor allem daran liegt, dass er an schlechten Tagen drei, an guten Tagen viereinhalb Flaschen Wein zu sich nimmt. Sein Arzt gibt ihn auf. Sein Körper auch. Wilberforce – Motto: "So lange ich lebe, trinke ich, was ich kann" – hat aufgrund seinem fatalen Hang zum Bordeaux Krankheiten, die wirklich keiner haben will.
Klingt nicht unbedingt heiter, doch geht es zum Glück nicht nur um Niedergang und Depression. Wer mehr erfahren möchte, sollte diesen Roman unbedingt lesen.
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