Feine Tropfen aus den Tropen – Weine aus Thailand

Bei Wanderungen durch die exotische Landschaft Thailands bekommen Touristen manchmal große Augen, wenn sie unvermutet auf penibel gepflegte Weinberge treffen. Den Einladungen der Winzer zur Verkostung folgen sie anfangs häufig mit Skepsis und hochgezogenen Augenbrauen…
Bisher mehr für seine Hopfenblüte bekannt, dehnt sich seit den 80er Jahren der Weinbau in Thailand kontinuierlich aus. Die stetigen Qualitätssteigerungen lassen die Zahl der harten Kritiker schrumpfen. Heute werden dem Rebsaft aus dem Land des Lächelns gute Eigenschaften bescheinigt.
Weine aus Thailand genießen jedoch nicht überall einen guten Ruf. Dieses beruht auf folgendem Phänomen: Vor Ort mundet nahezu jeder Wein, zuhause schmeckt er mit einem Male enttäuschend fade nach gezuckertem Wasser.
Kenner sind sich einig, dass der Qualitätsverlust auf erhebliche Temperaturschwankungen, denen der Wein beim Transport ausgesetzt ist, falsche Lagerung und mangelhafte Verkorkung zurückzuführen ist.
Mittlerweile hat sich herumgesprochen, welche Weine den Export am besten überstehen. So soll der "Chatemp" von ausgesprochen guter Qualität sein – dieser ist als Weiß-, Rot- und Roséwein erhältlich. Die drei Sorten weisen unterschiedliche Charaktere auf. Der weiße Chatemp ist ein trockener Wein mit gelblichem Farbton und Aromen von Honig und Wassermelone. Er ähnelt einer etwas flacheren Mosel-Spätlese. Bei dem Rotwein gibt es Parallelen zum chilenischen, und der Rosé versetzt den Verkoster geschmacklich in das Rhônetal.
Vergleichweise großflächig angebaut und gerne getrunken wird auch der kräftige "Shiraz", der dem König von Thailand unter allen Proben am besten mundet.
Mittlerweile sind Thai-Weine in Deutschland recht gut erhältlich. Aufgrund des langen Weges nach Europa und den damit verbundenen hohen Versandkosten kann es sinnvoll sein, eine Sammelbestellung mit Freunden und Bekannten vorzunehmen.
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