Es muss nicht immer Holz sein

Die Römer nutzten zwar auch Holzfässer, um ihre Weine auszubauen, doch lange Zeit waren es vor allem die Amphoren, die als Behältnis der Wahl herhalten mussten. Tongefäße, die sich zwar nicht so leicht bewegen ließen wie die (rollbaren!) Fässchen, die auch gern mal zerbrachen, wenn man ein bisschen ungestüm vorging, die aber ansonsten ihren Zweck erfüllten. Inzwischen eifern nicht wenige Winzer europaweit den antiken Vorbildern nach. Amphoren lassen nämlich, anders als Stahltanks oder Kunststoffbehälter, etwas Sauerstoff durch; anders als Barriques aber geben sie keine Gerbstoffe an den Most ab – und schon gar keine aufdringlichen Vanille- und Schokoaromen. Bei Peter Jakob Kühn oder Frank Cornelissen kann man diese Experimentalweine (kleine Mengen, nicht ganz billig) verkosten. Meine Meinung: Auch wenn sich die Amphore nicht flächendeckend durchsetzen wird, lässt sich an dieser Ausbaumethode manches lernen. Und wenn es nur dies ist: Es muss nicht immer Holz sein!


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