Eine spannende Traube

Eine spannende Traube

Merlot kennt man. Cabernet erst recht. Und natürlich Pinot noir! Aber wer hat schon mal etwas von Monastrell gehört? Dabei gilt gerade diese Rebsorte – in Frankreich und sogar in Australien und Südafrika als Mourvèdre im Gebrauch – als Winzer-Geheimtipp. Sie hat nämlich mehr zu bieten als süffige Frucht: nämlich im besten Fall eine erstaunliche, fast schon wilde, aber nicht aufdringliche Würze nach getrockneten Beeren und Kräutern. Eine ganze Menge Tannine sind auch enthalten im Monastrell-Paket, weshalb viele Weine – wie der südfranzösische Bandol – erst nach etlichen Jahren zu ihrer Hochform finden.
Auch der aus der spanischen D.O. Alicante stammende Mo Salinas (kein reinsortiger Monastrell, sondern einer, der mit ein wenig Cabernet Sauvignon, Grenache und Syrah gemischt wurde) dürfte noch besser werden: Er ist im derzeitigen Stadium etwas unausgeglichen, verspricht aber einiges.

Dunkle Farbe; offensiver Duft nach Kirschen, getrockneten Kirschen, Kräutern, Schokolade, später leicht pflaumig; straff, feste Tannine, wirkt derzeit etwas unharmonisch, der Alkohol kommt zu deutlich hervor; viel Frucht, gute Länge. Robert Parker gibt 90 Punkte, was ich im derzeitigen Stadium für zu viel halte. Allerdings hat der Wein wirklich Struktur, was Hoffnungen auf eine gute Entwicklung macht. Jetzt kaufen (ist nicht teuer) und trinken ab 2010. Wer nicht warten will: 24 Stunden dekantieren!


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