Der Wein, der aus der Kälte kam

Der Wein, der aus der Kälte kam
© Roadrunner38124

Winzer sind manchmal schwert zu durchschauen. Mal freuen sie sich über den Frost wie Schneekönige (wenn es um die Gewinnung von Eiswein geht), dann wieder kann es ihnen nicht warm genug sein. Und wenn es zu eisig wird, bekommen sie die Krise. So geschah es in diesem Winter. Kalt wurde, eisig – und dann ging es noch ein Stück tiefer hinab in den Keller. Minus 10, minus 15, minus 18 Grad kamen da auch in einigen deutschen Weinbaugebieten zusammen. Und das kann dann gefährlich werden, denn die Weinrebe ist nicht an Extreme gewöhnt. Zuerst sterben ein paar Knospen ab (was noch kein Drama ist), später sind die Äste, dann die Stämme dran. Erfrierungen im Holz können die Pflanze so schädigen, dass im nächsten Herbst die Erträge ganz oder teilweise ausfallen. Wenn es dann noch kälter wird, geht es der Rebe selbst an den Kragen. Minus 25 Grad und tiefer können bedeuten, dass die Pflanze abstirbt. Zum Glück kommen solche Dramen nicht allzu oft vor, aber zum Beispiel

1956. Katastrophenjahr. Millionen von Reben in ganz Europa sterben ab.

1985. Starke Kälteeinbrüche im Februar, mehrfach deutlich unter 20 Grad minus.

2001/2002. Ein kalter Winter, doch die Frosteinbrüche kamen nicht überraschend, die Schäden blieben überschaubar.


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