Bordeaux läuft die Zeit davon

© smudie
Die Wirtschaft läuft schlecht, und die Winzer sind nur mäßig glücklich. Vor allem die großen Bordeaux-Güter sehen ihre Fälle davonschwimmen. In den vergangenen Jahren hatten sie noch ordentliche Aufschläge nehmen können, die Preise für erst- und zweitklassifizierte Gewächse stiegen teilweise auf mehrere hundert Euro pro Flasche an. Doch ob die Käufer 2008 noch ähnlich viel investieren wollen? Einige Bordelaiser bekommen kalte Füße und plädieren für eine Verschiebung der traditionellen Verkaufs- und Verkostungskampagne im Frühjahr. Im Herbst säße das Geld lockerer, mutmaßen sie. Vielleicht könnte man auch – so wispern andere Stimmen – ganz und gar auf die Subskrition verzichten und den Jahrgang 2008 erst dann anbieten, wenn er abgefüllt ist (wie es übrigens praktisch alle anderen Winzer außerhalb Bordeaux immer schon handhabten). Ob die Rechnung aufgeht? Vielleicht kommt es ja ganz anders als befürchtet – wenn nämlich die Investoren aus Asien Wein noch mehr als Alternative zu den gerade am Boden liegenden Aktien entdecken. In diesem Falle könnten die Bordeaux-Preise sogar stabil bleiben…
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