Australien auf dem Boden der Tatsachen
Wer kauft eigentlich noch australischen Wein? Auch die Australier nicht mehr so gern, wie sie es noch vor kurzem taten. Und die Europäer erst recht nicht. Nie zuvor mussten die Winzer down under so drastische Einbußen im Export hinnehmen. Woran es liegt? Sicher nicht an einer etwaigen mangelnden Qualität, denn die Cabernets und Shiraz, die Merlots und Chardonnays können sich schmecken lassen. (Und australischer Riesling ist ein Geheimtipp!) Aber der starke australische Dollar und die Finanzkrise treffen wohl gerade auf eine gewissse Australien-Müdigkeit bei den Verbrauchern in Europa oder in den USA. Allzu gewaltig war der Boom in den letzten Jahren, die Märkte scheinen allmählich gesättigt. Es darf ja schließlich auch mal etwas anderes sein als die roten oder weißen Kraftbolzen, sagen sich nun etliche Stammkunden. Aber vielleicht kommt der Einbruch gerade richtig: Viele Weinbauern Australiens stehen nämlich wegen Wasserknappheit vor dem Aus. Die Traubenindustrie auf dem fünften Kontinent wird sich wohl oder übel gesundschrumpfen müssen.

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