Atlantik: Champagner auf dem Meeresgrund

Atlantik: Champagner auf dem Meeresgrund
© Fr Antunes

Schauen Sie sich das Foto einmal genau an. Was sehen Sie? Richtig: einen Weinkeller! Und zwar am gesamten linken Rand des Bildes. Denn was für die einen einfach nur der Atlantische Ozean ist, ist für den bretonischen Sommelier Yannick Heude ein Weinkeller. So erfahren wir in der FTD, dass der Wein- und Champagnerliebhaber bereits seit fünf Jahren Flaschen versenkt – mittlerweile allein 600 Champagnerflaschen im Wert von 24.000 Euro. Worin der Vorteil besteht, erklärt der Weinkenner in einem Interview:

Der Atlantik hat die stärksten Gezeiten aller europäischen Meere. Das Wasser strömt zweimal am Tag mit einer Geschwindigkeit von acht Knoten an den Weinkisten vorbei, das sind etwa 15 Stundenkilometer. Die Wellen wiegen die Flaschen im Meer hin und her, so wie man Kinder in einer Krippe wiegt. Das wirkt sich enorm positiv auf den Reifeprozess aus. Hinzu kommt, dass es unter Wasser kein schädliches UV-Licht gibt und das Meer in einer Tiefe von zehn Metern das ganze Jahr über eine Temperatur von etwa 13 Grad aufweist.

Neben Champagner, der unter anderem direkt von Roederer stammt, wird auch Rotwein auf dem Meeresgrund gelagert. Und der Erfolg gibt Heude Recht, denn die Flaschen erweisen sich mehr und mehr als Verkaufshits.

Nur nachmachen dürfte für die meisten privaten Weinkenner eher schwierig sein. Denn Monsieur Heude beschäftigt allein zwei Taucher, die regelmäßig nach dem Rechten sehen.


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