Alles über Ökowein

Alles über Ã-kowein
© Dittmeyer

Im Wein liegt Wahrheit – derart orakelhaft überschreiben die Eco-News eine Meldung rund um das Thema Ã-kowein. Dabei geht es weniger darum, wirkliche News zu publizieren, als über die Zusammenhänge zwischen Weinanbau und Ã-kologie aufzuklären.

So wird noch einmal darauf hingewiesen, dass Weine aus Chile, Neuseeland oder Südafrika zwar munden mögen, die CO2-Bilanz indes nicht wirklich für ein gutes Gewissen sorgt. Doch auch hierzulande gibt es "schwarze Schafe", die ihren Wein nicht nach ökologischen Kriterien anbauen:

So auch das Ergebnis der jüngsten Umweltstudie des Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. PAN in Zusammenarbeit mit weiteren Umweltverbänden, das spiegel-online so kommentiert: "Die Untersuchung ergab, dass konventionell erzeugte Weine deutlich stärker mit Pestiziden belastet sind als Ã-ko-Weine. Während von sechs untersuchten Ã-ko-Weinen fünf keine Rückstände hatten, waren nach Angaben der Tester in allen 34 untersuchten Weinen aus traditioneller Herstellung Pestizide nachweisbar. Der Preis spielte dabei keine Rolle: Pflanzengifte fanden sich auch in zwei Flaschen französischen Spitzenweins, die jeweils mehr als 200 Euro kosten.

In dem Artikel werden auch Themen wie Gentechnik aber auch Biowein behandelt. Alles in allem sehr lesenswert, ohne dabei allzu missionarisch rüberzukommen. Insofern ein Lesetipp!


3 Responses to “Alles über Ökowein”

  1. Ich muss gestehen, dass ich das Buch “Alles über Ökowein” nicht gelesen habe. Mein Kommentar bezieht sich auf die in “Wein Worte” abgedruckte Rezension. “Öko” und alles, was damit im weitesten Sinne zusammenhängt, ist in den letzten Jahren zu einem Gütezeichen mit Unfehlbarkeitsanspruch hochstilisiert worden. So auch beim Wein. Es soll dem Konsumenten suggeriert werden, dass Ökowein – wobei die objektiven und nachprüfbaren Kriterien für die Produktion noch zu definieren wären – im Vergleich zu konventionell hergestelltem Wein gesünder, bekömmlicher und qualitativ besser sei. Die Bemühungen von PAN mögen auf gewisse Fehlentwicklungen und Missstände aufmerksam machen, doch sind einige der von ihr initiierten Untersuchungen und der von ihr daraus gezogenen Schlussfolgerungen wegen der oft gezielt tendenziösen Darstellung wenig autentisch und deshalb zu hinterfragen. Umso mehr überrascht es, dass PAN einräumt, dass ein Muster von insgesamt sechs Ökoweinen Rückstände aufwies. Die sehr pauschale Aussage, dass in allen 34 untersuchten Weinen aus traditioneller Herstellung Pestizide nachweisbar gewesen seien, ist allein noch kein Beweis für eine gesundheitliche Gefährdung. Dies trifft erst dann zu, wenn die von den Gesundheitsbehörden aufgrund des toxikologischen Profils eines Wirkstoffs und der ebenfalls berücksichtigten Verzehrsmenge festgelegten zulässigen Höchstmenge für ein Nahrungsmittel überschritten werden. Davon ist – zumindest in der Zusammenfassung – keine Rede. Zu ergänzen wäre noch, dass es sich bei Wein um ein Genussmittel handelt, das von der großen Mehrheit der Weintrinker nicht täglich und lebenslang in gleicher Menge konsumiert wird. In diesem Fall dürfte sich wohl eher eine Lebererkrankung als eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Rückstände von Pflanzenschutzmittel einstellen. Bei einer Gesamtbewertung des gesundheitlichen Risikos von dem alkoholischen Getränk Wein müssten ohnehin nicht nur die gesundheitlichen Gefahren von Pflanzenschutzmittelrückständen sondern in gleichem Maße die gesundheitliche Gefährdung durch Alkohol berücksichtigt werden.
    Im letzten Satz Ihres Beitrages heißt es: “Pflanzengifte fanden sich auch in zwei Flaschen französischen Spitzenweins”. Ich vermute, dass der Redaktion hier ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Von “Pflanzengiften” im Wein habe ich noch nie gehört, wohl aber von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Sollte es Ihre Absicht gewesen sein, anstatt von Pflanzengiften von Pflanzenschutzgiften zu reden, so ist beim Umgang mit einem solch negativ besetzten Begriff das notwendige Maß an Sorgfalt und Faktenwissen zu beachten.

  2. Hallo und herzlichen Dank für Ihren engagierten Kommentar. Der letzte Satz ist kursiv gedruckt und ein Zitat aus dem Artikel in den “Eco-News”.

    Wir selbst schreiben nicht von Pflanzengiften, sondern stellen die dort verwendete Formulierung schlichtweg zur Diskussion…

    Überdies bitte ich um Verständnis, das wir im Rahmen unseres Artikels lediglich einen Lesetipp gegeben haben und es uns – infolge des Weblogformats – leider nicht möglich ist, die komplette Ökoweindiskussion in all ihren Facetten aufzugreifen.

    Es handelt sich in unserem Weblogposting um einen Hinweis auf einen umfangreichen Artikel in den Eco-News, der nach unserer Einschätzung lesenswert ist.

  3. Bedauerlich ist nur, das dabei nicht gesehen wird, das Biowein in der Herstellung auch wesentlich kostspieliger ist. Die Vorzüge eines bekömmlichen Biowein gepaart mit gutem Geschmack ist nicht mal eben für 3 Euro zu haben. Preise zwischen 8 bis 18 Euro sind durchaus vertretbar, insbesondere weil es sich um einen Genussprodukt handelt und nicht um ein alltägliches Lebensmittel.

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